Warum neue Führungs-, Organisations- und Arbeitsmodelle kein Selbstzweck sind, sondern ein klares Ziel brauchen.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage: Ob wir nicht bei all den vielen Aktivitäten mit den neuen Themen, die ursprüngliche Zielsetzung, wozu wir das eigentlich machen, verloren haben. Da fällt mir der schon etwas ältere Spruch ein: Als wir das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir die Anstrengungen.

Gerade die Klarheit über den ursprünglichen Sinn und Zweck lässt die Veränderung am Ende erfolgreich werden. Damit lässt sich immer wieder messen, ob und wie wir erfolgreich sind oder nicht.

In diesem Beitrag erfahren Sie

  • Veränderungen sind kein Selbstzweck
  • Veränderungen brauchen ein klares Ziel

Gefühlt leben wir in dynamischen manchmal auch hektischen Zeiten.

Wer die Vielzahl der Veröffentlichungen liest, bekommt leicht den Eindruck, dass alle Firmen aufgewacht sind und nun aktiv einen Weg für die Zukunft suchen.

Welcher das ist, steht oftmals in den Sternen. Die Meldungen sind voller Schlagworte gestern war es noch die Globalisierung, dann die Digitalisierung, jetzt New Work. Am Ende sind wir alle ein bisschen im VUCA-Fieber und das alles agil und hoch-disruptiv. Der Virus befällt schneller die großen Firmen, aber auch die kleinen Firmen fragen sich, wie sie sich besser auf die neue Zeit einstellen können.

Es wird viel diskutiert und geschrieben, viel angestoßen und ausprobiert. Kein Stein wird auf dem anderen gelassen. Die einen starten mit agilen Methoden, andere rudern schon wieder zurück. Viele Firmen stecken schon im Veränderungsprozess, andere fragen sich, mit was sie anfangen sollen.

Dabei entsteht viel Unruhe und Unsicherheit. Führungskräfte und Mitarbeiter, die jahrelang ihren Job gut und zuverlässig gemacht haben, müssen sich plötzlich neu orientieren und gedanklich umziehen. Das neue Haus ist aber noch gar nicht fertig und die (Ziel-)Adresse wurde gerade verlegt.

Die Kernfrage ist: Wozu brauchen wir die Veränderungen?

Wobei sollen uns die Veränderung helfen? Was wird dadurch besser/leichter? Was wollen wir damit erreichen?

Nun da wäre eine schnelle Antwort: Wir wollen schneller und flexibler werden. Und da die Welt immer unsicherer wird, wissen wir ja gar nicht mehr so genau, wo wir hinwollen. Deshalb wollen wir ja gerade agil arbeiten.

Bleiben wir bei dem Thema schneller und flexibler. Da schließt sich gleich die Frage an: Wobei wollen wir schneller und aktiver werden. Und was erwarten wir uns davon?

Eine Antwort könnte lauten: Der Kunde muss viel zu lange auf xy warten, wie reagieren viel zu langsam, oder unsere Produktentwicklung dauert zu lange, unser Produktionszeit ist zu lang, die Rüstzeiten, wir haben zu hohe Kosten. Vielleicht gibt es auch Sekundärziele.  Wir wollen unser Image als attraktiver Arbeitgeber verbessern, um leichter Mitarbeiter mit Schlüsselkompetenzen zu bekommen oder zu binden.

Auch zum Thema Unsicherheit stellen sich die gleichen Fragen: Wenn die Zukunft unserer Produkte und Geschäftsfelder unsicher ist. Was brauchen wir an welcher Stelle, um uns besser auf diese Situation einstellen zu können? Wie können wir schneller Produkte entwickeln und ihre Marktreife prüfen, wen brauchen wir dazu, welche Hindernisse stehen und hier im Weg? Wo brauchen wir mehr Innovationskraft?

Erst dann kommen mögliche Lösungsansätze wie Rapid Prototyping oder der Lean Startup Ansatz vielleicht gleich unter der Einbindung von Schlüsselkunden. Vielleicht ist ein cross-funktionaler Ansatz hilfreich wie beim Design Thinking. Und nach meiner Meinung gehört noch viel mehr dazu als nur eine neue Methode!

Was sind die Vorteile?

  • Wer sich über seine Ziele klar ist, der kann auch viel besser beurteilen, welcher Ansatz mit welchem Mix am besten geeignet ist.
  • Es lässt sich leichter messen, ob das Ziel tatsächlich mit der Veränderung besser erreicht wird.
  • Und es lassen sich viel leichter die Führungskräfte und Mitarbeiter überzeugen, wenn sie das Ziel oder den Sinn der Veränderung nachvollziehen können.

Wie am besten vorgehen?

Lassen Sie sich nicht zu stark von den modernen Schlagwörtern wie Digitalisierung oder dem Thema agilem Arbeiten treiben.

Fragen Sie, was Ihr Unternehmen jetzt für die Veränderungen der Zukunft braucht. Wenn es Schnelligkeit oder die Innovationskraft ist, dann fragen Sie sich wobei Ihnen die Schnelligkeit oder Innovationsfähigkeit fehlt und in welchen Bereichen.

Zeichen Sie sich eine Veränderungslandkarte, wo sie welche Mängel gerne abstellen wollen und was genau danach anders sein soll. Es hilft hier sein Zeil klar zu visualisieren.

 

Ein Berater oder Coach kann helfen

Sie wissen genau, wo bei Ihnen im Unternehmend der Schuh drückt. Sie wissen, wo in Ihrem Unternehmen Verbesserungen notwendig sind.

Lassen Sie sich durch einen Experten in Ihren Veränderungen begleiten. Sie sorgen für einen fundierten und ganzheitlichen Prozess, kennen die Fallstricke und bereiten für sie das Vorgehen un die eingesetzten Methoden vor.

Ein gut formuliertes Ziel gibt klar die Richtung vor und hat einen großen Anteil am Erfolg Ihrer Veränderungsmaßnahmen.

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  • Veränderungen sind kein Selbstzweck
  • Veränderungen brauchen ein klares Ziel

Eine kleine Übung

Es gibt eine kleine Kommunikations-Übung zur Verdeutlichung: Möchte sich jemand in Ihrem Unternehmen mit neuen Arbeitsformen auseinandersetzen, dann fragen Sie solange immer wieder „Warum“ bis sie gemeinsam an den Kern der Sache gekommen sind, dem wahren ursprünglichen Ziel. Anfangs nervt es ein bisschen, aber bleiben Sie freundlich aber beharrlich.

Aus der Praxis

Als wir in in meinem Unternehmen zum ersten Mal mit der agilen Methodik zu tun bekamen, bekamen wir als Führungskräfte zu hören, dass wir als Chefs nichts mehr zu sagen hätten. Sie würden jetzt die weitere Vorgehensweise direkt mit den anderen Fachbereichen abstimmen.

Für viele Mitarbeiter hatte das neue Vorgehensmodell Charme und es machte sie gleichzeitg unabhängig von den Führungsebenen.

Es wurde nur noch über die Methode gesprochen und nicht mehr über das warum und ob der Einsatz der Methode dem Unternehmen weiter hilft.

Es entstand Chaos. Es gab viele verunsicherte Mitarbeiter und Führungskräfte. Und so gut agile Methoden sein können, in diesem Fall führten sie nicht zum Erfolg.

Lesen Sie meinen Beitrag:

Vorsicht vor Schlagwörtern

Wir leben gefühlt im Zeitalter der Schlagwörter. Nicht zuletzt durch die Medien-Kanäle entstehen in kurzer Zeit regelrechte Hypes.

Waren es gestern noch die Globalisierung oder Automatisierung so sind es heute die Digitalisierung, das agile Arbeiten, New Work oder technische Begriffe wie KI.

Was Sie sind noch nicht digitalisiert? Wirklich Sie haben noch kein Big Data oder KI-Konzept. Allgemeines Erstaunen.

So bekommen einzelne Fachbereiche den Auftrag ein Digitalisierungskonzept zu erstellen. Oder es werden Digitalisiserungsbereiche aufgebaut. Ein Eldorado für Berater.

Hier wird das Mittel mit dem Zweck verwechselt.

Warten Sie bis der Rauch verzogen ist. Verbannen Sie Worthülsen ohne Substanz.

Fragen Sie sich ganz einfach, was Ihr Unternehmen wirklich nach vorne bringt. Wo es fehlt und wo sie Verbesserungen brauchen. Wie ihr Unternehmen nach der Veränderung idealerweise funktionieren sollte.

Und erst dann fragen Sie sich, welche Methode, welches Vorgehen Sie an welcher Stelle Ihrem Ziel näherbringt.

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